Theologischer Fachvortrag:
Dr. R. Kiefer zu Besuch in Merseburg

Die Apostolizität der Kirche Christi verbindet die Gläubigen der Neuapostolische Kirche mit allen Christen auf der Welt. Jedoch bekennt sich die Neuapostolische Kirche auf eine personelle Besetzung der Apostolizität. Eine Besonderheit - aber nichts Trennendes.

Der Referent Dr. Reinhard Kiefer, Literaturwissenschaftler, Theologe, Mitarbeiter der theologischen Abteilung des Verlages Friedrich Bischoff sowie theologischer Berater des Stammapostels, dem Kirchenhaupt der Neuapostolischen Kirche, sprach anlässlich des monatlichen Themenabends in Merseburg über "Das neuapostolische Verständnis von Apostolizität". Rund 50 Interessierte folgten der Einladung zum Vortrag und Gespräch, welches auch durch kritisches Nachfragen gezeichnet war.

Dr. Kiefer, der in der neuapostolischen Gemeinde Aachen auch als Gemeindeevangelist tätig ist, erläuterte zuerst das Wesen der Kirche Christi. So ist sie die eine, die heilige, die allgemeine (katholische) und die apostolische. Zum letzten Punkt erläuterte er, dass die Kirche, zu der alle Christen dieser Welt gehören, durch die Verkündigung des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi apostolisch sei - weil dadurch die Lehre der Apostel, nämlich das Wirken und Evangelium Christi verkündigt wird. Die Neuapostolische Kirche glaubt weiterhin an eine personelle Besetzung des apostolischen Lehramtes, eben durch einen Apostel. Diese Männer in dem vom Gott gegebenen Amt, habe in der Kirche Christi eine Lehrfunktion, sollen die Sakramente verwalten und die Vergebung der Sünden verkündigen. Laut Kiefer war das Apostelamt nach dem Tod des letzten frühchristlichen Apostels bis zur erneuten Rufung und Aussonderung von zwölf Männern im Jahr 1835 personell unbesetzt. Diese Neubesetzung des Amtes, so Kiefer, ist der Kernglaube der Neuapostolischen Kirche, denn dadurch kann das Lehramt die Gläubigen der Kirche Christi (wieder) auf die Wiederkunft des Herrn vorbereiten. Dabei sind die heutigen Apostel ebenso wie die damaligen Männer für die gesamte Kirche Christi gesetzt.

Abschließend betonte der Referent, dass dadurch dennoch sehrwohl auch Elemte des Heils in anderen Glaubensgemeinschaften sein können und das natürlich auch woanders der Heilige Geist als Person Gottes wirkt. Ebenso ist eine Sündenvergebung nach der Ordnung Gottes auch an anderer Stätte möglich.

Nach vielen Gesprächen und Fragen konnte Dr. Kiefer, der nun schon ein zweites Mal zum Themenabend gekommen war, verabschiedet werden.

Die Merseburger Themenabende werden seit Januar 2013 in der Regel einmal im Monat, am ersten Dienstag im Monat, um 19.30 Uhr angeboten. In den Monaten Dezember, Juli und August finden keine Veranstaltungen statt. An den Abenden werden Vorträge und Gespräche zu den Themen Kirchengeschichte, Christ-Sein in der Gesellschaft und Theologie angeboten. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen.