Bezirkskindertag im Kirchenbezirk Leipzig

Miteinander – Füreinander Ein Wochenende, das verbindet Kindertagswochenende des Kirchenbezirks Leipzig 28. bis 30. August 2026    

Über 130 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Kirchenbezirk Leipzig kamen zu einem besonderen Kindertagswochenende in Nebra zusammen. Das Motto „Miteinander – Füreinander“ war dabei nicht nur Überschrift, sondern überall zu erleben. Vor allem ging es darum, einander wahrzunehmen, Unterschiede zu verstehen und zu erfahren, wie viel möglich wird, wenn wir füreinander da sind. Für einige begann der Kindertag schon am Freitag. Die Kinder des Kindertagschores und die Mitwirkenden eines kleinen Anspiels, welches zum Sonntagsgottesdienst vorgetragen werden sollte, reisten an und starteten mit den Proben. Am Abend kamen die Konfirmanden zu ihrer gemeinsamen Stunde zusammen. Mit dabei war auch unser Bezirksältester. Am Samstag füllte sich die Jugendherberge mit noch mehr Leben. Nach der Begrüßung und einer ordentlichen Portion Nudeln ging es los. An zahlreichen Stationen wurde das Motto ganz praktisch erfahrbar. Wie ist es, nicht sehen zu können? Wie verständigt man sich, wenn man nicht hören kann? Die Kinder lernten erste Sätze in Gebärdensprache, begegneten einem gehörlosen und einem blinden Menschen, probierten Brailleschrift und Blindenfußball aus. Mit verbundenen Augen mussten sie sich auf andere verlassen. Beim Rollstuhlparcours erlebten sie, welche Hindernisse plötzlich entstehen können, die sonst kaum auffallen. Am Erste-Hilfe-Stand, mit einem echten Krankenwagen und Rettungssanitätern, ging es darum, wie wir ganz konkret für einen anderen Menschen da sein können. So wurde aus Spielen und Ausprobieren etwas viel Größeres: Verständnis füreinander. Nicht jeder Mensch kann alles. Nicht jeder braucht dasselbe. Manchmal brauche ich die Hand eines anderen. Und manchmal bin ich derjenige, der seine Hand reichen kann. Auch Kreativität gehörte dazu. Spiegel und Karten wurden gestaltet, Herzen aus Nägeln und Wolle entstanden, es wurde gemalt, gebastelt und natürlich viel gelacht. An verschiedenen Stationen konnten die Kinder außerdem Teile für ihre ganz persönliche Legofigur sammeln. Am Ende sah keine Figur genauso aus wie die andere. Jede war individuell und trotzdem passten alle Teile zusammen. Ein schönes Bild für dieses Wochenende: Wir sind verschieden und wir gehören zusammen. Anschließend trafen sich die Vorsonntagsschüler zu ihrer alljährlichen Mäuse-Andacht. Gemeinsam hörten sie wieder eine Geschichte von den Mäusen Juliane und Anke und entdeckten auf ihre ganz eigene Weise die wichtige Botschaft: Jeder ist wertvoll, und jeder kann für einen anderen da sein und etwas Gutes tun. Danach hieß es für einen Teil der Jüngsten bereits Abschied nehmen.  Nach dem Grillen wartete am Abend noch ein Abenteuer. Ausgerüstet mit UV-Taschenlampen ging es auf Nachtwanderung. Verborgene Zeichen mussten entdeckt werden, um gemeinsam den richtigen Weg zu finden. Danach gab es Lagerfeuer, Stockbrot und Marshmallows. Irgendwann ging es dann müde und glücklich ins Bett. Am Sonntagmorgen hieß es aufräumen, frühstücken und Gottesdienst feiern. Der Wind war so kräftig, dass selbst die Hostien beim Abendmahl beinahe aus den Kelchen geweht wurden. „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Dieses Wort aus 1. Samuel 16,7 stand über dem Wochenende. Im Gottesdienst führte die Geschichte von Samuel, der unter den Söhnen Isais den von Gott Erwählten finden sollte, noch einmal mitten hinein in unser Thema. Wir Menschen sehen zuerst das Äußere. Gott sieht tiefer. Er sieht den Menschen und sein Herz. Der Kindertagschor und das kleine Anspiel machten diese Gedanken noch einmal lebendig. Zum Abschluss wurden die Schulanfänger begrüßt und bekamen ihre Zuckertüten. Dann sangen die Kinder noch einmal mit voller Energie und Freude: „Gott ist groß und Gott ist klein, er passt in jedes Herz hinein.“ Nach dem Mittagessen hieß es Abschied nehmen. Viel zu schnell war dieses Wochenende vergangen. Was bleibt? Hoffentlich mehr als schöne Erinnerungen. Hinsehen, zuhören, einander verstehen. Helfen, wenn jemand Hilfe braucht. Sich helfen lassen, wenn man selbst nicht weiterkommt. Verschieden sein dürfen und trotzdem zusammengehören. Genau das ist Miteinander – Füreinander. Und für all das bleibt am Ende vor allem eines: Danke, lieber Gott!